Im Snus-Mutterland wird das traditionelle Produkt von Nikotinpouches verdrängt. Grafik: Haypp Group AB
Schweden gilt gemeinhin als Modellfall für niedrige Raucherquoten – eine Erfolgsgeschichte, die überwiegend auf die jahrhundertealte Tradition des Lutschtabaks Snus zurückzuführen war.
Basics
Im Zuge seines EU-Beitritts wurde Schweden die Weiternutzung des Snus erlaubt, die Produktkategorie ist jedoch im Rest der Europäischen Union verboten. Als Ersatzprodukt wurden daher die tabakfreien Nikotinbeutel entwickelt – sie umgehen das Verbot, folgen aber dem selben rauchlosen Konsumationsprinzip.
Die US-Behörde FDA stufte bereits Snus als klar risikoreduziertes Tabakprodukt ein. Durch den Verzicht auf Tabak enthalten Pouches eine nochmals geringere Anzahl toxischer Substanzen und diese liegen in deutlich geringeren Dosierungen vor; die FDA sieht Nikotinpouches deshalb als die nichtmedizinischen Nikotinprodukte mit dem geringsten Gesundheitsrisiko an.
Bislang fehlten allerdings mehrjährige Daten zu den Marktanteilen von Snus und Nikotinpouches auf den skandinavischen Märkten: Das statistische Zentralbüro Norwegens unterscheidet die Kategorien nicht und sein schwedisches Pendant führt die tabakfreien Pouches erst seit 2022 als eigene Produktgruppe. Diese Informationslücke wurde nun durch eine Studie mit interessantem Ansatz geschlossen.
Die Studie
Der Versandhändler Northener hat gemeinsam mit der Haypp Group rund 19,5 Mio. Kaufvorgänge von 1,7 Mio. Kunden im Zeitraum zwischen 2018 und 2025 analysiert. Das klare Ergebnis: Die Konsumenten wechseln zunehmend von traditionellem Snus mit Tabak zu den tabakfreien Nikotinpouches. In beiden untersuchten Ländern war 2024 jenes Jahr, in welchem erstmalig die Menge der verkauften Nikotinpouches die Snus-Verkäufe überstieg. 2025 hatten die Pouches den Snus bereits um 10-12 Prozent hinter sich gelassen.
Weltweiter Trend
Auch in Märkten, die nie in breitem Kontakt mit dem Ursprungsprodukt Snus waren, sind Nikotinbeutel Boom-Produkte und allgemein die am schnellsten wachsende Kategorie auf dem globalen Nikotinmarkt. Der weltweite Umsatz stieg von 2018 auf 2023 um rund 6700 Prozent. In Großbritannien und den USA lag das Wachstum im Jahresvergleich regelmäßig bei 30 bis 80 Prozent und übertraf damit andere Nikotinprodukte bei weitem.
Der weltweite Markt für Nikotinbeutel soll bei Fortschreibung des derzeitigen Wachstums von 10,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 59,5 Milliarden US-Dollar 2032 zulegen.
Da wurde diese Kategorie in Österreich wohl gerade noch rechtzeitig monopolisiert …
Den vollständigen Artikel können Sie ab 9. April in der druckfrischen Printausgabe von TRAFIK aktuell nachlesen.
