In fast ganz Europa verschärfte sich 2025 das Problem der Schwarzmarkt-Zigaretten – und besonders stark in Hochpreis-Ländern. Grafik: KPMG
Einmal mehr ist der Bericht von KPMG im Auftrag von Philip Morris erschienen. Er untersucht in 38 europäischen Ländern (den EU-27 sowie Albanien, Bosnien & Herzegovina, Kosovo, Moldawien, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, Schweden, Schweiz, Ukraine sowie dem Vereinigten Königreich) zahlreiche Faktoren: verkaufte und konsumierte Mengen von Zigaretten sowie den dazu gehörenden Schwarzmarkt.
Dazu werden leere Zigarettenpackungen im Müll der untersuchten Länder untersucht, zugeordnet und ausgewertet. Daneben werden Daten von Staaten und Organisationen erhoben und Gespräche mit Behörden geführt, um ein möglichst vollständiges Bild sich verändernder Situationen zu erhalten.
Trend zum Schwarzmarkt
Insgesamt wurden in den untersuchten 38 Ländern im Jahr 2025 um 4,1 Prozent weniger Zigaretten konsumiert als im Vorjahr. Noch stärker – nämlich um 5,5 Prozent – sank jedoch der Konsum von legal im jeweiligen Inland gekauften Zigaretten.
Wie das möglich ist? Die aus legalen Grenzübertritten, Schmuggel und Produktfälschungen stammenden Glimmstängel legten gleichzeitig um 3,1 Prozent zu. Der Schwarzmarkt macht mit 55,3 Mrd. Zigaretten mittlerweile 63 Prozent dieser zweiten Gruppe aus. Innerhalb des Schwarzmarktes wiederum haben Produktfälschungen die bei Weitem höchste Steigerungsrate und stellen inzwischen fast die Hälfte des Volumens. Bei Schwarzmarkt-Spitzenreiter Frankreich ist jede fünfte gerauchte Zigarette eine Fälschung.
Innerhalb der EU ist die Konsumation von Zigaretten um durchschnittlich 3,7 Prozent zurück gegangen. 41,8 Mrd. gefälschte und geschmuggelte Zigaretten stellen jedoch eine Steigerung von 7,2 Prozent im Vergleich zu 2024 dar und verursachen einen Steuerschaden von 16,7 Mrd. Euro – auch hier um 1,8 Mrd. mehr als im Jahr davor.
Ungleiche Regionalverteilung
Ein hoher Schwarzmarktanteil am Rauchermarkt ist dabei kein generelles „europäisches Problem“, sondern extrem ungleich verteilt: Während Deutschland, Luxemburg und die Schweiz Quoten von jeweils drei Prozent verzeichnen ertrinken die benachbarten Hochpreis-Länder Niederlande (22%), Belgien (25%) und Frankreich (41%) regelrecht in Schwarzmarkt-Ware. UK mit 32 und Irland mit 35 Prozent liegen ebenfalls im Spitzenfeld. Um diesen Zahlen eine etwas begreifbarere Dimension zu geben: Alleine der französische Schwarzmarkt für Zigaretten ist um gleich 9 Mrd. Stück größer als der gesamte österreichische Markt!
In diesem Vergleich können Länder wie der Kosovo und Bulgarien mit 1%, Italien und Serbien mit 2 Prozent, Albanien mit drei und Kroatien mit vier Prozent fast schon als Inseln der Seligen gelten.
Österreich und Polen liegen mit fünf Prozent im europäischen Mittelfeld, die Slowakei mit sechs und Rumänien mit sieben Prozent leicht darüber.
Kriminelle Strukturveränderung
Der Schmuggel von Zigaretten aus Billigländern nimmt ab, gleichzeitig verstärkt sich das Fälschen. 2025 wurden in Schwarzmarkt-Fabriken rund 429 Mio. Zigaretten beschlagnahmt. Gegenüber dem Rekordjahr 2024 stellt dies eine leichte Reduktion dar, die Zahlen liegen aber immer noch deutlich über dem Niveau der Jahre 2021-2023.
Die Situation in Österreich
Die Betroffenheit des heimischen Tabakmarktes ist – siehe Aufmacherbild – auch regional recht unterschiedlich: In südlichen und südöstlichen Bundesländern spielt der Schwarzmarkt eine deutlich größerere Rolle. Und am Schlimmsten haben es in diesem Punkt die Wiener Trafikanten.
Österreich profitierte lange von seiner berechenbaren und langsam steigenden Tabaksteuer; die Effekte der deutliche Steuererhöhung 2025 schlagen sich jedoch bereits mit einem Anstieg des Schwarzmarktes sowie einer höheren Menge legal aus dem Ausland mitgebrachter Ware nieder. Es bleibt abzuwarten, ob das mehrjährige Steuermodell mit seiner Rückkehr zu kleineren Schritten wieder Ruhe in diese Materie gebracht haben wird – doch so etwas zeigt sich bekanntlich erst im Rückblick.
In Zahlen bewirkte der Zigaretten-Schwarzmarkt 2025 jedenfalls einen Steuerausfall in Höhe von 128 Mio. Euro – 12 mehr als noch im Vorjahr 2024. Mit den so entgangenen Steuereinnahmen hätte der Betrieb des Bundeskriminalamts ganzjährig oder jener des Zollamts fast vollständig finanziert werden können.
Den vollständigen Artikel können Sie ab 9. Juli in der druckfrischen Printausgabe von TRAFIK aktuell nachlesen.
