Die Zollfahndung Hannover und auch die belgischen Kollegen schlossen jeweils professionell eingerichtete illegale Zigarettenfabriken. Foto: Zoll.de
Das ehemalige Fabriksgelände in Sachsen-Anhalt war im Vorfeld monatelang überwacht worden. Bei ihrem Zugriff stellten die Einsatzkräfte acht Millionen transportfertig verpackte unversteuerte Zigaretten, 300 Paletten mit Ausgangsmaterialien wie Filter, Papierhülsen, Folien und bedruckte Schachteln sowie 40 Tonnen Rohtabak sicher. Die Tätergruppe hatte die Anlage mit hochwertiger Geräuschdämmung und Videoüberwachung ausgestattet. Außerdem entdeckten die Ermittler Unterkünfte für zumindest 22 „Mitarbeiter“, die offensichtlich über längere Zeit kaserniert lebten, um keinerlei Aufmerksamkeit zu erregen. Der Steuerschaden für die Zigaretten liegt bei 1,5 Mio. Euro, der unversteuerte Tabak fügt dem weitere 3,8 Mio. hinzu. Die Ermittlungen gegen die Hintermänner laufen weiter.
Eine unscheinbare Lagerhalle in Monceau-sur- Sambre ist die in diesem Jahr bereits elfte (!) illegale Zigarettenfabrik im gar nicht so großen Belgien, die von Zollbeamten stillgelegt wurde. Dabei wurden eine Million Zigaretten sowie 19 Tonnen Tabak beschlagnahmt. Die allein im Jahr 2026 sichergestellte Menge beläuft sich mittlerweile auf 180 Mio. gefälschter Zigaretten. Im jüngsten Fall sollten eine vorgesetzte Mauer sowie dicke Schallisolierung einen unauffälligen Betrieb ermöglichen; wie in Deutschland wurden Quartiere für die Arbeiter entdeckt. Und auch hier war die Fabrik beim Zugriff der Behörden menschenleer.
