Nemanja Pucarevic ist seit November 2025 General Manager bei JTI Austria. Wir haben den leidenschaftlichen Familienmenschen zu einem ersten Gespräch gebeten. Foto: mh
Können Sie meinen Lesern ein bisschen über sich erzählen? Wo sind Sie aufgewachsen, wie ist Ihre familiäre Situation und was sind ihre Leidenschaften?
Ich bin in Serbien aufgewachsen, also bin ich jetzt ein Teil der großen Community von zahlreichen Serben in Wien (lacht). In meiner Jugend habe ich professionell Wasserpolo gespielt, was mir ein Sportstipendium in New York in Wirtschaft und Finanz beschert hat. Nach einem Volontariat bei JTI hat es Klick gemacht – und jetzt arbeite ich schon seit 17 Jahren beim Konzern. Wie jede gute Beziehung muss es für beide Seiten passen. Und das tut es.
Meine Familie ist mein größter Erfolg. Ich bin mit einer wunderbaren Frau verheiratet und wir haben 3 Söhne und 2 Töchter. Leider ist meine Familie aktuell noch nicht hier in Österreich, weshalb ich jedes Wochenende nach Hause pendle. Aber mit dem Flieger bin ich ja in einer Stunde in Belgrad.
Wann haben Sie erfahren, dass Sie Österreich als General Manager übernehmen sollen? Sind wir das erste Land, in dem Sie diese Rolle übernehmen? Und kannten Sie Österreich und Wien schon im Vorfeld?
Im Sommer 25 wurde ich informiert. Das war sehr aufregend. Ich habe ja einige Zeit auf die Position eines General Managers hingearbeitet und so sehe ich das auch als Beweis dafür, auf meinem Weg einige Dinge richtig gemacht zu haben. Ich war mehrfach in Österreich, aber ein Touristenbesuch für 1-2 Tage und hier zu arbeiten bzw. zu leben sind doch zwei sehr unterschiedliche Dinge.
Bisherige Stationen Ihrer Karriere haben Sie durch Finanz und Marketing geführt – sehen Sie sich mit dieser Kombination von Erfahrungen ideal auf Ihre aktuelle Rolle vorbereitet?
Dass ich in Finanz, Marketing und anderen projektbezogenen Bereichen tätig war und hier auch immer wieder gewechselt habe, war teilweise kein Vorteil für mich, denn um eine Spitzenposition in einem speziellen Bereich zu erlangen ist das eigentlich der falsche Weg. In meiner jetzigen Position ist diese Vielfalt an Erfahrungen aber sehr wertvoll. Ich bin durch meinen Finanz-Background sehr Zahlen-affin und kann mir dadurch meine eigene Meinung bilden sowie versuchen, meine Visionen passend zu den Möglichkeiten des Marktes umzusetzen. Das sind nicht immer einfache Versuche …
Was – vom Monopol einmal abgesehen – unterscheidet den österreichischen Markt von anderen europäischen Märkten? Und wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Das Monopol und dieses geschlossene System des Handels sind natürlich speziell. In einem derartigen Umfeld habe ich bisher noch nie gearbeitet. Um erfolgreich zu sein ist Kooperation sehr wichtig und wir investieren auch viel Zeit und Geld in Kooperationen. Die Einschränkungen verlangen ein sehr präzises Arbeiten mit klaren Zielen sowie eine Umsetzung auf höchstem Niveau. Wir arbeiten hier mit derart engen Rahmenbedingungen, dass wir nicht viel Bewegungsspielraum haben. Also müssen wir, ähnlich wie Gefäßchirurgen, sehr präzise arbeiten.
Österreich wurde mir als traditioneller und stabiler Markt erklärt. Und als ich im November gekommen bin, war gerade alles in einer Art Umbruch: Die Konsumenten und ihr Konsumverhalten verändern sich und damit deren Nachfrage. Darauf hat auch unlängst der Gesetzgeber mit den Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen reagiert. Dem tragen wir mit unseren Produkten wie Nordic Spirit Rechnung, die aktuell viel Aufmerksamkeit bekommen. Wir sind jedoch überzeugt, dass auch das traditionelle Zigaretten-Geschäft weitergeht.
Sie waren ja kaum angekommen, als Veränderungen des Monopols und der gesetzlichen Rahmenbedingungen neue Möglichkeiten eröffnet haben. Werden wir eine Offensive im Bereich der NGP-Produkte erleben – die Einführung von Ploom X beispielsweise? Ist zu erwarten, dass sich JTI Austria als Vollsortimenter im Bereich der Nikotinprodukte aufstellen wird?
Diese neuen Möglichkeiten erleichtern den Umgang mit NGPs für uns natürlich. Derzeit liegt der Fokus auf Nordic Spirit, wo wir uns mit Max+ und unserer Icy-Peppermint gerade breiter aufstellen. Sie sind aber natürlich an Ploom und unserem Markteintritt interessiert. Dazu darf ich aus wettbewerbsrechtlichen Gründen derzeit nichts Konkretes sagen, aber dass wir versuchen, uns möglichst breit aufzustellen, ist wohl kein Geheimnis.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir ab dem Sommer generell ein schlagartiges Anwachsen des Angebots bei Tabak zum Erhitzen sehen werden, denn die Möglichkeiten, neue Produkte mit einem schnelleren und vereinfachten Prozedere einzuführen, wollen selbstverständlich genutzt werden.
Das vollständige Interview können Sie ab 9. April in der druckfrischen Printausgabe von TRAFIK aktuell nachlesen.
