Am 25. und 26. September hatten gleich drei Bundesländer gemeinsam zur Messe Ostregion und einer hochkarätig besetzten Abendveranstaltung geladen. Fotos: mh
Statt mehrerer kleinerer eintägiger Fachgruppentage mit entsprechend kleinerer Hausmesse sollte in der Pyramide vor den Toren Wiens ein zweitägiges Event starten, das durch seine Größe und die Vielzahl der Aussteller Berufskollegen aus ganz Österreich anziehen sollte. Nur die Abendveranstaltung am abschließenden Samstag sollte den angemeldeten Trafikanten der drei Bundesländer vorbehalten bleiben.
Die Aussteller
Die großen Vier der Industrie waren mit eigenen Ständen vertreten, kleinere Hersteller fanden unter dem Dach ihrer jeweiligen Großhändler Raum. Neben den „üblichen Verdächtigen“ des Großhandels wie TOB, Moosmayr, KP Plattner, House of Smoke, Dios Tabaco und DanCzek waren auch seltenere Teilnehmer wie Eichtinger und Nextro vor Ort.
Auffällig zahlreich war die Dampferbranche angereist; neben durch ihre Großhändler vertretenen Marken fanden sich beispielsweise Messestände von Teamension, Ropa, Vape Distribution und weiteren.
Die Trafik-Einrichter waren sogar überkomplett vertreten, ebenso ließ sich keiner der Anbieter von Kassensystemen die Gelegenheit entgehen, womit CWL, edgar:trafik, Postronik und TopTech für Gespräche bereit standen. Und Buchhaltungsanbieter TrafikData, der auf die Daten der Kassensysteme aufbaut, war ebenfalls aus Linz gekommen.
Weiters widmeten sich die Lotterien an ihrem Stand dem Behindertensport, Taurus deckte das Thema Sicherheit ab, die Asfinag hatte ihre Anlaufstelle und natürlich war auch die MVG mit prominenter Besetzung da.
Die Frage war aber: Würden die Trafikanten auch zahlreich kommen?
Ende der Durststrecke
Schon rein optisch war der Messebereich selbst zum offiziellen Start am Freitag um 14 Uhr bereits gut gefüllt, im gesamten Veranstaltungsverlauf waren durchwegs zahlreich besuchte Aussteller und gut gelaunte Trafikanten zu sehen. Offenbar waren die sieben Jahre seit der letzten „Feuer & Rauch“ in Salzburg mittlerweile so lange, dass sich beide Seiten auf die neue Gelegenheit gefreut hatten.
Den guten Besuch bestätigen auch die Zahlen: Für den Freitag hatten sich 500, für Samstag gar 800 Trafikanten angemeldet und auch die Abendveranstaltung war mit 500 Besuchern bis zum letzten Platz gefüllt.
Eine mögliche Erklärung für den begeisterten Zustrom liegt auch darin, dass seit der letzten Salzburger Messe viele Dutzend neue Trafikanten in die Branche geströmt waren. Und keiner von ihnen hat jemals eine österreichische Branchenfachmesse erlebt – ein paar Stunden „Hausmesse“ beim jeweiligen Fachgruppentag oder bei einzelnen Großhändlern mussten reichen.
Die langjährig erfahrenen Kollegen wiederum hatten nun erstmals wieder Gelegenheit, in typischer Messemanier die Stände ihrer Großhändler zu besuchen, mit den Ausstellern auch mal abseits von Zahlen und Fakten zu plaudern und zwischendurch mit anderen Trafikanten ins Gespräch zu kommen.
Die Abendveranstaltung
In der Gesprächsrunde der drei gemeinsam veranstaltenden Landesgremialobleute betonte Angelika Bauer (Burgenland) die nachhaltige Entwicklung der Branche und die Absicherung für die Zukunft als Erfolgsrezept. Auf die Frage, ob die Trafik noch immer ein sozialer Anlaufpunkt sei, erwiderte Wien-Obmann Andreas Schiefer: „Das ist eine unserer wichtigsten Funktionen. Jedes Grätzl funktioniert anders. In der Pandemie beispielsweise kamen alte Kunden oft täglich, weil sie die Ansprache brauchten. Dank unserer vielen Kundengespräche sind Trafiken gute Barometer für die Politik.“

Hochkarätige Talkrunde
Oft schon waren Politiker zu Fachgruppentagen etc. eingeladen gewesen. Und fast immer hatten sie sich letztlich entschuldigen lassen und wurden von einem Ressortmitarbeiter oder einem Grußvideo vertreten. Diesmal waren neben Finanzminister Markus Marterbauer auch die beiden Staatssekretärinnen Ulrike Königsberger-Ludwig (Soziales) und Barbara Eibinger-Miedl (Finanzen) sowie Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger angekündigt – und alle kamen zur Podiumsdiskussion.
Hanger blickte auf die Entstehungsgeschichte von Monopolisierungen, Änderungen bei TNRSG und Tabaksteuer zurück: „Der Markt verändert sich gerade dramatisch. Ich war immer im engen Austausch mit Otmar Schwarzenbohler, der fachkundig und mit großer Ausdauer mit allen Personen und Fraktionen gesprochen hat. Der daraus entstandene überparteiliche Konsens hat letztlich zum Ziel geführt.“
„Wie wurden die neuen Produkte ins System integriert?“ fragte Silvia Schneider schließlich den Monopolchef. „Wir haben ein bewährtes System mit bewiesen funktionierendem Jugendschutz“ fing Hofer an. „Die neuen Produkte hier zu integrieren war naheliegend. Toll ist, dass dies schon neun Monate nach der Wahl umgesetzt wurde. Aus den Fehlern von 2015 haben wir gelernt; diesmal wurde mit den Betroffenen gesprochen, weshalb viele Vape-Großhändler jetzt Lizenzen haben.“
Die Frage „Wie schwer war´s?“ beantwortete Bundesgremialobmann Schwarzenbohler: „Das war ein Kraftakt, der in kürzester Zeit geschafft werden musste. Die Reformbereitschaft über Parteigrenzen hinweg war aber auffällig; ebenso der Mut, die Reformen auch umzusetzen. Wir haben versucht, alle ins Boot zu holen – mit Erfolg.“
Information & Auftrag
Der Rückblick auf Erreichtes sowie die drohenden Gefährdungen dessen waren die ideale Überleitung für die Präsentation der Ergebnisse des Dynamischen Dialogs. Der Bundesgremialobmann und der Monopolchef präsentierten dem Publikum sowie den anwesenden Politikern dabei die Inhalte und Erkenntnisse ihrer Initiative des heurigen Sommers. Dies ist gleichzeitig als Arbeitsauftrag für die Arbeit innerhalb der EU zu verstehen.
Finanzminister Marterbauer erklärte daraufhin: „Der Dynamische Dialog bestätigt das österreichische Modell. Wobei die Politik Gesetze auch immer in der Umsetzung erklären, alle mitnehmen und einen Ausgleich oder Kompromiss unterschiedlicher Interessen schaffen muss. Auch innerhalb der EU gibt es verschiedene Ansätze und Modelle; hier werden wir uns konstruktiv einbringen.“
Fazit
Die erstmalige gemeinsame Austragung einer Großveranstaltung durch mehrere Bundesländer, noch dazu mit einer groß angelegten zweitägigen Branchenmesse, war ein Wagnis. Dank stimmiger Location, nahezu in voller Breite angetretener Handelspartner der Trafikanten und hoher Besucherfrequenz wurde sie zu einem vollen Erfolg – abzulesen an der guten Laune von Ausstellern wie Trafikanten, die sich durch beide Tage zog.
Viele Besucher meinten, dass ein derartiges Branchentreffen unbedingt wiederholt werden sollte.
Den vollständigen Artikel können Sie ab 15. Oktober in der druckfrischen Printausgabe von TRAFIK aktuell nachlesen.
