Der Europäische Rechnungshof ECA hat sich in seinem aktuellen Sonderbericht 23/2026 mit dem illegalen Tabakmarkt auseinandergesetzt. Sein Fazit: Die bisherigen Maßnahmen der EU-Kommission sowie der Mitgliedstaaten fallen „nicht robust genug“ aus – durch Schmuggel und Produktfälschungen verzeichnen die Staaten der EU mindestens 13 Milliarden Euro an Steuerausfällen. Alleine im Jahr 2023 stammten geschätzte 8,8 Prozent aller in der Union gerauchten Zigaretten aus dem Schwarzmarkt.
Während früher Schmuggelrouten aus Drittstaaten das Geschäft dominierten, bauen die Kriminellen mittlerweile ihre Produktionsstätten direkt in der EU auf. Das verkürzt die Lieferwege, senkt das Risiko, entdeckt zu werden, und steigert den Gewinn.
Der ECA fordert deshalb einheitliche Vorschriften für Rohstoffe wie Rohtabak und Herstellungsanlagen, harmonisierte Kontrollen für neuartige Produkte und eine zentrale Koordination der grenzüberschreitenden Strafverfolgung.
